
Ich habe mich heute der Wäsche angenommen, die schon so lange im Heizkeller liegt, drei Maschinen Bettwäsche und Decken, das Wetter ist so schön, es kann alles draußen trocknen. Dazu 2x Spülmaschine, die Küche ist irgendwie immer benutzt. Meine Tochter hat zwischendurch gebacken. Lava Cake (Schoko-Törtchen mit flüssiger Schokolade). Wie lecker! Für mich ist das paradiesisch, ich liebe Kuchen. Mit dem Rad ist sie noch ins nächste Dorf zu ihrer Freundin gefahren, hat ihr an der Tür ein Törtchen überbracht. Sie ist mit ihren Freundinnen über Video Chat und WhatsApp verbunden, sie diskutieren Hausaufgaben, ich höre aber auch viel Lachen von oben. Es geht ihr soweit gut. Der Kleine beschwert sich jeden Tag mehr. Er hatte bisher zwar ein Handy, aber ohne SIM-Karte, nur für Musik und Hörspiele zuhause im W-Lan. Ich hatte die SIM-Karte bis zur 6. Klasse aufgeschoben. Aber das kann ich ihm jetzt nicht mehr verwehren in dieser Zeit. Er war bisher einer von nur zwei Schülern in seiner Klasse, die deshalb nicht in der WhatsApp-Gruppe waren. Ich habe ihm heute eine Karte gekauft. Irgendwie haben wir es durch die Aldi-Registrierung geschafft, samt Video-Anruf in irgendeinem Call-Center und dem Zeigen meines Personalausweises in die Handykamera. Sehr seltsam. Aber jetzt ist seine Freude groß! Die ersten WhatsApp-Video-Anrufe von Klassenkameraden. Das erste was sein Freund sagt: „Hey, ich sterbe in diesen Scheiß-Corona-Ferien, wenn ich nicht bald rauskomme.“ Die beiden spielen zusammen Handball und fahren morgens mit dem Rad in die Schule. Sein Freund wohnt in einer Wohnung. Ich bin einfach nur froh und dankbar, dass wir einen Garten haben! Familien in den Städten mit kleinen Kindern in der Wohnung – das will ich mir gar nicht vorstellen! Ich wünschte, wir könnten jemanden einladen.
Von meinem Lebenspartner gibt’s nur eine WhatsApp heute, aus der Klinik, um 23 Uhr. Da kommt er direkt aus dem OP. Er geht rüber in sein Zimmer im Schwesternwohnheim, zu uns fahren schafft er nicht mehr, es wären 25 Minuten. 15 Stunden Klinik, zwei Brezeln, Kaffee, Wasser und ein Stück Schokolade. Es gehe ihm gut, ich soll mir keine Sorgen machen. Er wäre lieber bei uns. Heute Morgen hatte er den ersten Corona-Kontakt, im Schutzanzug. Doch, ich mache mir Sorgen.
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Alle Beiträge ansehenJournalistin, Patchwork-Mama und Öffentlichkeitsreferentin beim KDFB Rottenburg-Stuttgart - In der Corona-Zeit bin ich über Nacht wieder zur Vollzeit-Mama geworden und versuche Haushalt, Homeoffice und Hausaufgaben zu managen. Zwischendurch gibt’s Unterstützung durch meinem Partner - als Mediziner ist seine Anwesenheit in diesen Tagen aber noch ein bisschen unplanbarer als zuvor. Das, was mich bewegt in dieser neuen Zeit, möchte ich teilen; denn teilen heißt: sich näherkommen, einander begegnen. Das braucht es in diesen Tagen vielleicht mehr denn je.
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