
Im Oktober ist Brustkrebsmonat. Brustkrebs ist mit etwa 70.000 Neuerkrankungen im Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Weltweit nimmt die Zahl der Betroffenen in den letzten Jahrzehnten zu. Gleichzeitig gelang es, die Sterblichkeit an Brustkrebs zu senken. Seit 20 Jahren gibt es in Deutschland zertifizierte Brustkrebszentren, die wesentlich dazu beitragen, dass die Heilungschancen immer besser werden.
Brustkrebs kann jede Frau treffen. Der KDFB Landesverband Bayern hat aus Solidarität mit Brustkrebspatientinnen 2018 gemeinsam mit der Rotkreuzklinik in München die Herzkissenaktion initiiert. Seitdem haben unzählige Frauenbundfrauen bayernweit Tausende von Herzkissen für Brustkrebspatientinnen genäht. Diese farbenfrohen Kissen helfen nach der Operation, die Spannungsschmerzen zu lindern. Außerdem sind sie ein psychisches Trostpflaster in einer für die Frauen äußerst belastenden Situation.
Anfang Oktober durfte ich mit Sabine Slawik, unserer stellvertretenden Landesvorsitzenden, beim Brustkrebskongress von mamazone e.V. im Universitätsklinikum Augsburg dabei sein. Trotz der teilweise bedrückenden Informationen über Brustkrebs und die Folgen – zum Beispiel die äußerst schmerzhaften Lymphödeme – war ich doch sehr berührt von der Zuversicht und der Energie, die von diesem Kongress und seinen Teilnehmerinnen ausgingen.
Der KDFB Landesverband hatte im Rahmenprogramm des Kongresses einen Stand mit Informationsmaterial rund um die Herzkissenaktion. Und es war schön, zu erfahren, wie dankbar die Herzkissen von den Patientinnen angenommen werden und wie auch das Pflegepersonal froh ist, dass es die Herzkissen gibt.
Der Kongress wurde organisiert von Frauen mit Brustkrebs für Frauen mit Brustkrebs; mamazone geht es um die mündige Patientin. Angesichts der angespannten Lage im Gesundheitswesen ist die mündige Patientin immens wichtig. Nur wenn ich weiß, was medizinisch überhaupt möglich ist, kann ich entsprechende Behandlungen auch einfordern.
Gerade bei Brustkrebs ist eine der individuellen Krankheitssituation angemessene Therapie und Nachsorge essenziell, um die Überlebenschancen zu steigern.
Außerdem sind Information und Aufklärung das beste Mittel gegen die Angst vor dieser Krankheit.
Bei dem dreitägigen Kongress ging es darum, Brustkrebspatientinnen in verständlichen Worten und Bildern Wissen über Brustkrebs zu vermitteln. Brustkrebs ist eine sehr komplexe Krankheit, was mir vorher nicht so bewusst war.
Aber es ging auch darum, den Frauen aufzuzeigen, dass trotz und mit dieser Diagnose ein lebenswertes Leben möglich ist. Sehr beeindruckt hat mich dabei die Bestsellerautorin Nicole Staudinger, die wegen eines Live-Auftrittes am Abend aus Köln zugeschaltet war. 2014, mit Anfang 30 und zwei kleinen Kindern, erkrankte sie an einer sehr aggressiven Form von Brustkrebs. Nach überstandener Erkrankung versucht sie, Frauen Mut zu machen. Wie gut, dass es solche Frauen gibt, die offen und ungeschminkt über ihre Brustkrebserkrankung sprechen und damit betroffenen Frauen Mut machen können.
Die Teilnahme an diesem Brustkrebskongress hat mich darin bestärkt, auch weiterhin verbandsintern intensiv für die Herzkissenaktion zu werben. Jede Frau, die an Brustkrebs erkrankt, sollte ein kostenloses Herzkissen in Händen halten dürfen. Deshalb auch auf diesem Wege ein herzliches Dankeschön an alle Frauen, die unsere Herzkissenaktion unterstützen und sich daran beteiligen.
Alle Beiträge ansehenIn meiner Freizeit lese ich gerne Frauenbiografien. Das Eintauchen in das Leben spannender Frauen begeistert mich sehr. Ansonsten bin ich in meiner Freizeit gerne auch mal faul. Meine Kinder sind inzwischen erwachsen, und ich genieße die neu gewonnene Zeit für mich. Während der Coronazeit hat mich dieser Blog als Leserin sehr aufgebaut. Umso mehr freue ich mich, dass ich auch als Autorin für diesen Blog schreiben darf. --- Dr. Gerlinde Wosgien ist promovierte Germanistin, seit 1999 Referentin beim KDFB Landesverband Bayern, zweifache Mutter und Wahlmünchnerin.
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