Läuft mir heute eine liebe Kollegin über den Weg, die ich – Corona geschuldet – vielleicht wirklich schon zwei Jahre nicht mehr gesehen habe.

Beide erschrecken wir fast, und sie fragt – fast lapidar: „Wie geht es?“ Ja, wie geht es, wie geht es mir? Läuft. Passt. Gut. Alles richtig, aber ungenügend.

Ich merke, dass trifft es nicht, im Grunde hab ich ein Problem, unterschwellig, tatsächlich! Ich muss mich sortieren. Der Alltag läuft – aber noch etwas unqualifiziert und dröge.

Passt ja, keiner merkt ernsthaft meine Verstörung. Ich habe so lange mit angezogener Handbremse gearbeitet, meine angestaute Energie muss erst noch flow kriegen.

Gut, ja, weil es schlecht auch nicht trifft. Also gut. Soso lala, gut halt, wenn man sich nur kurz und beiläufig erkundigen kann. Ohne Zeit und Muse, ehrlicher zu sein.

Aber weil es eine mir sehr liebe Kollegin war, sind mir Nachwehen zu ihrer Frage gekommen. Ich muss wohl bewusster auf mein inneres Fühlen achten, bevor der Alltagstrott und die Erleichterung über die neue Normalität verdrängt, was noch zu bearbeiten ist: mein Anteil an der Bewältigung der Pandemie. Es war ja nur scheinbar einfach: Gesund geblieben, alle Regeln befolgt, alle Aufgaben so gut als möglich bearbeitet. Und doch in allem fremd-gesteuert, fremd-bestimmt, sich selber fremd geworden. Da ist wohl noch was zu tun für mich….

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