
In Bayern sind die Sommerferien noch in vollem Gange. Wenn man beim Einkaufen Bekannte trifft, stellt sich vor allem eine Frage: Wart ihr schon im Urlaub oder fahrt ihr noch? Wir waren Anfang August im Engadin in der Schweiz, auf 1.300 Metern Höhe, und es war wunderbar. Meistens fahren wir nach Österreich in den Urlaub, was gelegentlich mitleidige oder sogar spöttische Reaktionen auslöst. Vor einigen Jahren meinte eine Bekannte: „Wenn wir in Rente sind, fahren wir auch nach Österreich.“ Nun ja, wir fahren halt schon vor der Rente nach Österreich.
Ich fahre nicht in den Urlaub, um anderen Leuten zu imponieren, sonst müsste ich mir andere Reiseziele aussuchen. Unsere Kinder haben sich früher ab und zu beschwert, weil wir „nur“ nach Österreich in den Urlaub gefahren sind. Denn nach den Sommerferien mussten sie schließlich von ihrem Urlaub berichten. In der Grundschule wurde vor den Ferien gefühlt immer „abgefragt“, ob die Kinder in den Urlaub fahren und wenn ja, wohin. Nach den Ferien waren dann die Urlaubsberichte fällig. Ich weiß, dabei geht es vor allem um den mündlichen Sprachgebrauch. Trotzdem finde ich solche Fragen schwierig, zumal man berücksichtigen muss, dass sich viele Leute gar keinen Urlaub leisten können.
Und warum fahre ich in den Urlaub? Meine Kinder haben früher gelästert, ich würde nur in den Urlaub fahren, um Bilder in meinen WhatsApp-Status stellen zu können. Gut, das mache ich tatsächlich gerne. Aber damit bin ich nicht allein, glaube ich. Ich schaue mir auch gerne Urlaubsbilder von anderen an.
Außerdem möchte ich mich im Urlaub erholen. Deshalb fahre ich gerne in die Berge, denn Großstadttrubel habe ich außerhalb des Urlaubs genug. Wichtig ist mir auch gutes Essen. Das bedeutet allerdings, dass ich nur fünf bis sechs Tage wegfahre, da ich anschließend sonst eine Diät halten müsste, was ich vermeiden möchte.
Urlaub verändert sich im Laufe des Lebens. Nachdem ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin, habe ich meine Sommerferien auf Feldern und Wiesen verbracht und konnte von Urlaub nur träumen. Als junge Erwachsene haben mich Städtereisen fasziniert, hauptsächlich mit dem Bus, weil das am günstigsten war. Mit Kindern haben wir Kinderhotels für uns entdeckt. Unsere Kinder sind inzwischen erwachsen und fahren nur noch selten mit, weshalb wir den Urlaub zu zweit wiederentdecken. Ab und zu mache ich mit meiner Tochter ein paar Tage Mutter-Tochter-Urlaub. Über diese gemeinsame Zeit bin ich sehr dankbar, denn ich weiß, dass sie nicht selbstverständlich ist.
Mit dem Frauenbund kann man ebenfalls wunderbar verreisen. Die Zweigvereine und Diözesanverbände bieten immer wieder sehr interessante Reisen für alle an, die in netter Gesellschaft von Frauen verreisen möchten.
Wer einmal allein verreisen möchte, dem empfehle ich die Lektüre des Artikels „Freiheit im Gepäck“ aus der aktuellen Ausgabe unserer Mitgliederzeitschrift „KDFB engagiert“. Der Artikel macht Lust aufs Alleinreisen und gibt hilfreiche Tipps.
Egal, wie, wo und mit wem Sie Urlaub machen: Genießen Sie einfach die freie Zeit!
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Aus Verantwortung gegenüber der Schöpfung möchte ich nicht mehr fliegen oder weit mit dem Auto fahren. Wir haben in der Coronazeit Faltboote für Touren gekauft und nutzen sie mit Familie und Freunden. Am Start und am Ende liegt jeweils die Haltestelle eines öffentlichen Verkehrsmittels. Es ist unglaublich entschleunigend.
Wie schön gesagt, dass sich Urlaub verändert… Danke für den schönen Beitrag, der Lust auf Urlaub macht – egal wo :)