Claudia Köring schreibt:

Der Tag der Diakonin ist für mich seit bald 10 Jahren zu einem „Muss“ geworden.

In den Durststrecken unter Papst Benedikt XVI., als unsere Kirche hinter konziliaren Zeiten zu versinken drohte und die „Frauenfrage“ zu Eis erstarrte, waren für mich die Tage der Diakonin – ausgerichtet durch den KDFB, die kfd, das Zentralkomitee der Deutschen KatholikInnen und das Netzwerk Diakonat der Frau, -, die Mitgliederinnenversammlungen in Heppenheim und die
Katholikentage die wenigen Gelegenheiten, den Frauen zu begegnen, die sich den Frauendiakonat zur Herzenssache gemacht haben.

Ich erinnere mich, dass ich einmal ein SOS nach Köln gesendet habe: Seid ihr noch da? Seid ihr noch dran? – Möglicherweise hat dies die Netzwerkfrauen berührt: Da gibt es noch Frauen, die auf uns setzen, die hoffen, die unser Engagement sehen und brauchen.

Ein Berufungserlebnis hat mich spüren lassen: Diakonin ist mein Weg. Seit meiner Kindheit, als ich mir noch wünschte, ein Junge zu sein, um Priester werden zu dürfen, habe ich mein Berufungsprofil gesucht, bin Kompromisse (als Religionslehrerin) eingegangen und habe 2011 schließlich der Stimme in mir, die mich unentwegt rief, mich noch einmal auf den Weg zu machen, mehr getraut als den Bedenken: Darf frau eine sichere Beamtenstelle für etwas so Fragliches sausen lassen? … Ich bin ins Ungewisse gesprungen und stecke nun seit dem 11.9.2020 im Diakonatskreis 3.

In diesen fast zehn Jahren, bis es so weit war, habe ich jede Gelegenheit genutzt, diakonisch zu wirken. Wenn mir am Sterbebett Frau (61 Jahre, Krebs im Endstadium) sagt, ich bräuchte keinen Priester zu holen, ich sei ja da … Wenn im Trauercafé (überwiegend) Frauen ihren Tränen freien Lauf lassen … wenn ich in der Familienmesse Menschen bewegen kann, sich einzubringen, mitzumachen … dann sage ich: Danke, lieber Gott! – und spüre, dass ich mich nicht geirrt habe. Das Geschilderte geschieht vor meiner Haustür, und in diesem Jahr wagen wir es, am Tag der Diakonin noch weiter zu denken – weltweit!

Wenn das kein Wunder ist, weil Gott es so will …?!

Claudia Köring (58) ist Teilnehmerin des 3. Diakonatskreises in Waldbreitbach.

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