
Ferienwochen. Kinder und Enkel sind zu Gast. Der sonst geordnete Alltag zu zweit verändert sich.
Mit ihrem Besuch kommt „Leben in die Bude“ und ein Ausnahmezustand in Küche und Haus.
Aber mit den Kleinen auch Leichtigkeit.
„Oma spielst du mit mir Schule?“ Die größere Enkelin hat die aufbewahrten Kuscheltiere hervorgeholt
und aufgereiht wie in einem Klassenzimmer. Sie ist die Lehrerin. Interessant, wie sie die Rolle verkörpert, ihre Erfahrungswelt scheint sich darin wieder zu spiegeln.
Ich darf in meiner Vorstellung wieder Schülerin sein.
Die zweieinhalbjährige Cousine setzt Puzzleteile zusammen. Fisch, Schildkröte und Krokodil bekommen Leben. Ihre Geschicklichkeit und wie versunken sie im Spiel mit den Figuren redet und das Geschehen kommentiert, lässt mich staunen. Da will ich sie gar nicht stören. Doch manchmal mag sie, wenn ich mit reingehe. Dann ist meine Phantasie gefragt.
„Oma machst du Quatsch?“ fragt sie, als mir etwas Witziges einfällt.
Die große Enkeltochter bietet eine Kosmetikstunde an. Ich darf ihre zarten Hände und die wohltuende Tinktur auf meiner Gesichtshaut spüren und bekomme ein Serum angepriesen.
Die kleine Enkeltochter mit 15 Monaten kennt mich noch nicht so gut. Sie schaut erst, mustert mein Gesicht und greift nach meiner Brille. Das „Nein nein!“ findet sie lustig, versucht diese Laute nachzuahmen.
Dann kommt ihr Fünfjähriger Bruder vorbei. Der holt sich ihre Aufmerksamkeit und sie wuselt ihm hinterher. Es macht ihm Spaß, sie zu animieren – manchmal bis an die Grenzen des Erlaubten.
Die jungen Eltern sind voll (heraus)gefordert. Ich bewundere sie in ihrer Geduld und realisiere zugleich: Stimmt, so fühlt es sich an, in dieser Rolle waren mein Mann und ich auch mal. Erleichternd festzustellen, als Großeltern nicht mehr in voller Verantwortung zu stehen. Die Kräfte würden es auch nicht mehr hergeben. Es gilt nun wohl einfach (nur) da und dort Unterstützung zu geben und wenn unsere Erfahrung hie und da gefragt ist, ist das schön. Immer waren die Generationen aufeinander angewiesen. Gut, wenn Jung und Alt einander haben.
Bei der anstehenden Geburtstagsfeier erleben wir, dass die Größeren sich der Kleineren annehmen. Spiel-, Bastel- und Malzeug wird hervorgeholt, Blüten und Sträucher im Garten gezupft und eine „Kräutersuppe“ gekocht. Die Erwachsenen finden es wunderbar, wenn die Kinder selber so beschäftigt sind und lassen sich auch mal bemalen. Alte Spiele fallen uns ein die „das Kind im Manne“ wecken.
Alle haben ihren Spaß und freuen sich am Zusammensein und miteinander feiern.
Das Aufräumen kommt später.
Es dauert, bis alles wieder an Ort und Stelle ist.
„Nicht unanstrengend, die Tage!“ stellen mein Mann und ich fest, als wir uns wieder allein am Tisch wiederfinden. Der Satz „Froh, wenn die Kinder kommen – und froh, wenn sie wieder gehen“ fällt uns ein. Wir stimmen ihm nur bedingt zu. Die Tage waren voller Leben, reich an Eindrücken und erfrischend für unseren Geist. Schön, dass die Ferien Zeit geben für Besuch, Begegnung und Feiern. Wir sind dankbar,
dass alles gut gelaufen ist und schicken unseren Kindern und Enkeln gute Wünsche hinterher.
Gottes Segen möge sie weiter begleiten.
Monika Urban ist KDFB Mitglied (Bistum Regensburg), Ehefrau, Mutter, Großmutter, und Geistliche Begleiterin.
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