
Heute bin ich froh, dass ich den Palmbuschen beim Umzug nicht entsorgt habe! Er war ein Überbleibsel der Erstkommunion meines Sohnes vor zwei Jahren. Ich konnte ihn nicht wegwerfen, er war so schön und da steckte so viel Mühe drin. Ich kann mich noch genau erinnern: ich bin keine Bastlerin, mein Sohn hatte keine Lust mitzumachen – und so war es eine lange Nacht für mich vor dem Palmsonntag damals, bis alles angemalt, geklebt und geknotet war.
Heute zehre ich von der Erinnerung an diesen sonnigen Tag und die vielen wunderschönen Palmbuschen der Kinder. Und genau dieser Palmbuschen fiel mir heute Morgen wieder ein, als eine Freundin mir ein Foto mit einem ganz ähnlichen schickte: mit ihrer Tochter war sie gestern in der leeren Kirche, der Pfarrer hatte ihren Buschen zuvor gesegnet. Ein kleiner Trost für die Tochter, hat sie mir geschrieben, die sehr traurig ist über die verschobene Erstkommunion in diesem Jahr.
Daraufhin bin ich in den Keller gegangen, habe unseren Palmbuschen ganz vorsichtig abgestaubt und ihn in den Garten getragen. Denn der Buchs in der Mitte ist noch der alte und reichlich bröselig. Nun steckt er im kleinen Steingarten und ich freue mich, wenn ich zum Fenster hinausschaue. Das ist mein Palmsonntag! Erinnerung an die österliche Vorfreude.
Alle Beiträge ansehenJournalistin, Patchwork-Mama und Öffentlichkeitsreferentin beim KDFB Rottenburg-Stuttgart - In der Corona-Zeit bin ich über Nacht wieder zur Vollzeit-Mama geworden und versuche Haushalt, Homeoffice und Hausaufgaben zu managen. Zwischendurch gibt’s Unterstützung durch meinem Partner - als Mediziner ist seine Anwesenheit in diesen Tagen aber noch ein bisschen unplanbarer als zuvor. Das, was mich bewegt in dieser neuen Zeit, möchte ich teilen; denn teilen heißt: sich näherkommen, einander begegnen. Das braucht es in diesen Tagen vielleicht mehr denn je.
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