… war im Mai. Weiß ich doch. Schon seit Ende Mai habe ich hier nichts mehr geschrieben. Schade, finde ich. Woran liegt es, frage ich mich.

Vielleicht kommt mir das Corona-Leben mittlerweile so normal vor, dass die Pandemie nicht mehr viele Gedanken wert ist? Eigentlich nicht. Oder – banaler und naheliegender – ich komme einfach weniger zum Denken, weil meine kleine Tochter mit sieben Monaten ihren Tagschlaf und damit zugleich meine halbwegs verfügbare Zeit reduziert hat. Folglich keine Gedanken zum Teilen im KDFB-Blog? Nein, auch falsch. Es fehlt an Gelegenheiten zum Schreiben, denn Gedanken habe ich durchaus viele, wenn auch andere als früher ohne Kind.

Zum Beispiel: Schaffe ich es selbst noch ins Bad, ehe mein Baby seine Frühstücks-Milch fordert? Was sollten wir für den Tag mit nach unten nehmen, damit wir uns unnötiges Treppensteigen in den 2. Stock ersparen? Ist die dunkle oder die heiße Wäsche dringender? So, jetzt möchte ich aber auch mein Frühstück, bitte. Zeitung?? Ja, die liegt da, aber lesen soll ich sie nicht, findet meine Tochter meistens und will meine Aufmerksamkeit für sich haben. Wie geht es eigentlich meiner Freundin Maria? Wir haben länger nicht telefoniert. Warum jammert die Kleine jetzt? Müdigkeit, Hunger oder etwas anderes? Ach ja, die in Frage kommende Tagesmutter muss ich heute anrufen. Und da war noch diese Mail, die eine Antwort erfordert. Beides sofort notiert, damit ich später wieder daran denke – gerade rechtzeitig, denn meine Tochter ist beim Sitzen Üben umgekippt, brüllt und braucht Trost. Und so weiter… Sicherlich kommen so oder ähnlich geprägte „Mutter-Tage“ vielen bekannt vor.

Jetzt gerade profitiere ich davon, dass mein Kind vom Babyschwimmen müde genug ist für ein ungewöhnlich langes Nickerchen. Ich nutze die Zeit!

Es wundert mich gar nicht, dass Kinder und Familien politisch eine schwächere Lobby haben als etwa Industrie und Handel (wie wir beim Corona-Lockdown einmal mehr merken konnten, weil zuerst die Geschäfte, und irgendwann später Schulen und Kitas wieder geöffnet haben). Denn wer ein Baby oder Kleinkinder versorgt, hat parallel nur wenig Zeit für Lobby-Arbeit. Mich um mein Baby zu kümmern, ist zeitintensiv und immer wieder anstrengend, aber es ist oft auch einfach schön! Und es ist wichtig für die Zukunft unsere Gesellschaft. In diesem Lebensabschnitt fehlt es mir, in Ruhe nachzudenken, Neues auszudenken oder mich mehr jenseits der Familie zu engagieren – ich freue mich darauf, dass das in Zukunft wieder leichter möglich wird, wenn die Kleine größer wird.

Da tut es gut, zu wissen, dass der KDFB sich politisch für Familien einsetzt. Gemeinsam mit anderen Akteur*innen stärkt er damit denen den Rücken, die gerade mehr an Windeln und Brei zu denken haben als an Versammlungen, Stellungnahmen oder Demos.

Als Frauenverband können wir mit diesem Solidaritäts-Angebot ruhig ausdrücklich werben, meine ich. Mütter in Elternzeit etwa sind meiner Erfahrung nach durchaus ansprechbar und freuen sich über Kontakt-Angebote, die in ihren Alltag passen. Die digitale Zoom-Kaffeepause am Magdalenen-Fest, bei der Birgit Mock über den Synodalen Weg berichtet hat, ist ein Beispiel oder auch die KDFB-Krabbelgruppen, die hoffentlich bereits wieder stattfinden können (?). Und sicherlich gibt es weitere Möglichkeiten, junge Mütter gezielt einzuladen – in einen Verband, der Frauen den Rücken stärkt!

So, jetzt wacht mein Baby auf. Gutes Timing, würde ich sagen. Bis hoffentlich bald wieder.

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