Vorgestern hatte unser Sohn seinen 12. Geburtstag. Schon morgens dachte ich daran, wie es mir vor 12 Jahren erging, damals im Krankenhaus, als ich in den Wehen lag. Wie habe ich da ersehnt, dass dieser kleine Kerl endlich auf die Welt kommt! Es war eine Grenzerfahrung, und zugleich war das Glück kaum zu fassen, als ich ihn dann zum ersten Mal in meinem Arm hielt. Ich finde, eigentlich ist der Geburtstag der Kinder vor allem ein Festtag der Mütter…

In diesem Jahr überlegten wir länger, wie wir den Tag besonders begehen können. Wenn niemand zu Besuch kommen kann, ist das ganze Unterfangen etwas trist, so dachten wir. Dann hatten wir die Idee, die verschiedenen Verwandten -Omas und Opas, Tanten, Onkel und Neffen- zu einem virtuellen Kaffeetrinken reihum einzuladen. Alle mussten sich dort, wo sie waren, den Kaffee selbst machen und für den Kuchen sorgen. Von uns bekamen sie eine Zeit durchgegeben, wann wir sie per Videoanruf an unseren Kaffeetisch holen würden, um wenigstens so eine Weile beieinander zu sein und zu plaudern. Unser Sohn teilte die Zeiten im 20-Minuten-Rhythmus ein. So kamen wir auf eine Länge von 1 Stunde 20 Minuten. Sehr angemessen für eine Kaffeetafel!

Ich muss gestehen, ich war sogar ein bisschen aufgeregt. Freute mich schon den ganzen Tag auf diese virtuellen Besuche. Ich deckte den Kaffeetisch, sah mehrmals auf die Uhr, räumte noch ein bisschen auf, wie man das eben so macht als gastgebende Mama…

Und dann ging es los: ein Video-Besuch nach dem anderen, mit Kaffee und Fanta und Zimtschnecken. Es klappte tadellos. Die Geschenke wurden bestaunt, Neuigkeiten ausgetauscht, wie man das eben so macht an einem Geburtstag mit der Verwandtschaft. Alle haben sich gefreut, haben sich die Zeit gerne reserviert und lebhaft Anteil genommen.

Es ist ein Behelf. Und die Geburtstagsfeier mit Freunden wird noch auf sich warten lassen. Aber es war eine witzige Idee, die uns gezeigt hat, dass Kreativität in diesen Tagen belohnt wird.

3 Kommentare

  1. Gabriele Greef 30. April 2020 at 22:43

    Super Idee, den Geburtstag digital zu feiern.
    Er wird unvergesslich bleiben.

  2. Christine Kedem-Lanzl 4. Mai 2020 at 18:26

    Sehr schöne Idee – Not macht erfinderisch. Und die Jungen können sich da glaube ich sowieso schneller anpassen wie wir;)

  3. Irmgard Straub 4. Mai 2020 at 18:52

    Gestern hätte unsere Enkelin Luise Erstkommunion gefeiert. Leider geht das ja zur Zeit nicht. Unsere Tochter hat für die Verwandtschaft Essen im Lieferservice bestellt und wir haben per Videokonferenz „gemeinsam“ gegessen.
    Gut, dass es diese Möglichkeiten gibt.

Hinterlasse einen Kommentar

Autor

Weitere Beiträge auf dem #frauenbundblog

Synodaler Ausschuss: Fortschritte, Herausforderungen und Perspektiven

Von |Schlagwörter: , , |1 Kommentar

Dr. Maria Flachsbarth schreibt: Am 9. und 10. Mai trafen sich die Mitglieder des Synodalen Ausschusses zum vierten Mal, dieses Mal in Magdeburg. Ortsbischof Feige hieß uns willkommen in seinem Bistum, in dem Christ:innen und erst recht Katholik:innen nur [...]

Endlich drei Rentenpunkte für alle Mütter!

Von |Schlagwörter: , , , |1 Kommentar

Vermutlich haben Sie es auch in den Nachrichten mitbekommen. Im Sondierungspapier von Union und SPD ist die Erweiterung der Mütterrente vorgesehen: „Wir vollenden die Mütterrente mit drei Rentenpunkten für alle - unabhängig vom Geburtsjahr der Kinder -, um gleiche Wertschätzung [...]

Forum Gleichstellung: Der geheime Booster für Regionen

Von |Schlagwörter: , , , , , |0 Kommentare

Edith Werner schreibt: Beim Zukunftsforum Ländliche Entwicklung 2025 in Berlin, veranstaltet von der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen sowie den Landfrauen des KDFB durfte ich als Bildungswerkvorsitzende der Diözese Würzburg und kommunale Gleichstellungsbeauftragte teilnehmen. Bei der Input-Präsentation der BAG-Studie von [...]