Heute ist bei uns der letzte Schultag vor den Sommerferien. Unser Sohn hat kurz sein Zeugnis in der Schule abgeholt. Mehr war nicht. Das Schuljahr geht so klanglos zu Ende, wie es sich im letzten halben Jahr angefühlt hat. In mir ist ein bisschen Wehmut.

In anderen Jahren stöhnen wir über den Klassenarbeits-Marathon der letzten Schulwochen. Dann reiht sich ein Sommerfest an das andere. Es gibt Projekttage, Schulausflüge, Konzerte. Die Ferien muss man sich verdienen, indem man die Flut von außergewöhnlichen Terminen übersteht. Mich hat das immer sehr gehetzt, und ich habe mit hängender Zunge das Ende des Schuljahres ersehnt.

In diesem Jahr herrscht Leere. Bin ich zufrieden? Nicht wirklich. Die vergangenen Wochen haben mit ihrer Seltsamkeit ein ungutes Gefühl hinterlassen. Statt unter Termindruck zu stehen, hängt alles in der Luft. Schon seit letzter Woche ist bei uns alle schulische Aktivität versiegt. Das Schuljahr hat sich auf leisen Sohlen davongeschlichen.

Wie es nach den Ferien weitergeht? Das kann niemand seriös sagen. Die zweite Corona-Welle rollt schon heran. Ich schüttle mein Unbehagen ab. Wenn ich etwas lerne in dieser Zeit, dann ist es, mit dem Vorläufigen auszukommen. Heute ist heute. Und morgen schauen wir neu, wie es gehen kann. Mehr Planung geht eben nicht.

So setze auch ich als Mutter einen Schlusspunkt hinter dieses Schuljahr und versuche, ein bisschen stolz zu sein. Wir haben uns als Familien die Ferien mehr verdient als jemals sonst. Wir sind durch das letzte halbe Jahr gekommen, nicht immer elegant, aber mit großer Durchhaltekraft, mit Erfindungsgeist und Galgenhumor. Das größte Lob verdienen die Kinder und Jugendlichen, die sich irgendwie durchgeboxt haben, den riesigen Zumutungen zum Trotz. Sie haben es geschafft und dürfen wahrlich sagen: Endlich Ferien!

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