
Gestern Nachmittag sind wir auf dem Weg zum Einkaufen an dem Hähnchenwagen vorbeigefahren, der auch vor Corona ab und zu an dieser Stelle in unserem Dorf gestanden ist. Wir hatten überlegt, auf dem Rückweg anzuhalten. Mein Sohn meinte dann aber, ihm wäre eine Riesenportion Spaghetti-Eis jetzt lieber als so ein Hähnchen; ob wir nicht an der Eisdiele vorbeifahren könnten. Ich habe ihm dann versucht zu erklären, welche Läden und Lebensmittel aktuell systemrelevant seien und welche nicht – und dazu gehöre die Eisdiele leider nicht. Das hat ihn überhaupt nicht überzeugt und er hat mir Folgendes erklärt: „Ich finde Eis ist sogar sehr systemrelevant! Weil Eis macht Kinder glücklich. Und glückliche Kinder sind systemrelevant!“. Ich musste schmunzeln und habe auch nicht widersprochen. Also sind wir beim Edeka auf Eis-Suche gegangen – aber es blieb bei der Suche. Die ganzen (aus Kindersicht) leckeren Sorten waren nicht mehr (oder noch nicht?) in der Truhe. Es blieb also das Internet und die Hoffnung, dass wir eine Eisdiele in nicht allzu weiter Entfernung mit Straßenverkauf oder Lieferservice finden. Und tatsächlich. In unserem Nachbarort! Keine Frage, was es heute Nachmittag bei uns im Garten gegeben hat, oder? 😊. Himbeerteller, Schwarzwaldteller, Heidelbeerteller – und eine große Portion systemrelevantes Spaghetti-Eis.
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Augenzwinkernde Geschichte über den Sachverhalt „systemrelevant“. Zeit, auch über diesen Begriff zu reflektieren. Über welches „System“ sprechen wir? Buddeln wir Gräben zwischen Menschen, die „relevant“ oder eben dies nicht sind? Und wenn schon: das Essen, für einige Wochen, ist es ganz sicher nicht. Allerdings Menschlichkeit, Kultur, Sinnhaftigkeit…sehr wohl! In diesem Sinne: „systemrelevant“ ist jetzt schon mein Unwort des Jahres.
Auch glückliche Mütter sind systemrelevant.
Liebe Frau Urhahn, da haben Sie wohl recht! Und der Zusammenhang ist nicht zu leugnen: es trägt ganz viel zum Glücklich- oder zumindest Zufriedensein einer Mutter bei, wenn es auch den Kindern gut geht.