
Das Wetter bei uns im Südwesten Deutschlands schlägt gerade unaufhörlich Kapriolen. Starkregen, Gewitter, Sturm, Hagel. Es hört gar nicht mehr auf. Jeden Tag gibt es woanders ein riesiges Unwetter mit schlimmen Folgen.
Vor genau zwei Wochen hat es mich selbst erwischt. Ich war abends auf der Fahrt zu einer Freundin. Der Himmel war ein wenig dunkel am Horizont. Aber ich dachte, so ein kleines Gewitter hält mich nicht auf.
Ich dachte mir immer noch nichts, als es anfing zu regnen. Die Stimmung wurde düster. Doch es war nicht mehr weit. Als der Blitz neben mir einschlug, wusste ich, dass es bereits zu spät ist, um umzukehren. Ich war mittendrin im Orkan. Schnell weiter, dachte ich.
Dann brach die Welt über mir zusammen. Der Hagel kam unvermutet heftig. Mein Auto blieb am Berg stehen. Keine Sicht mehr, kein Fortkommen. Der Sturm peitschte Blätter und Äste an die Windschutzscheibe. Die Wasser- und Hagelmassen, die mir entgegenschlugen, waren unbeschreiblich. Ich hielt mir die Ohren zu, so laut trommelten die Hagelkörner auf das Auto. Meine anfängliche Sorge vor einem KFZ-Schaden schlug um in die Furcht, dass die Windschutzscheibe zerbricht. Ich konnte nicht ermessen, was dann passieren würde.
Ich kann nicht sagen, wie lange das Unwetter dauerte. 10 oder 15 Minuten? Sie fühlten sich an wie eine Ewigkeit. Ewig dauerte auch der Heimweg, den ich danach antrat, zittrig und geschockt. Die Straßen waren wahlweise überflutet oder von umgefallenen Bäumen versperrt.
Wunderbar war jedoch die sofortige Solidarität der Menschen, die einander halfen, wie sie nur konnten. Ich sah fleißige Hände, die Bäume zersägten, um den Weg wieder frei zu machen. Ich sah Nachbarn, die miteinander das Wasser aus den Kellern schöpften. Als ich mein Auto stehenließ, weil ich nicht mehr weiterkam, bot mir eine Frau spontan ihr Motorrad an, um heim zu kommen. Nicht dass ich Motorrad fahren kann. Aber die Geste rührte mich zutiefst.
Ich bin heil herausgekommen aus dieser Situation und am Ende wieder zuhause angekommen. Das Auto hat viele Dellen, aber die Versicherung wird es richten. In mir bleibt aber ein verstörendes Gefühl, das immer neu aufkeimt, wenn wieder Unwetter angesagt werden. Unser Klima verändert sich drastisch. Wie viele solcher Infernos werden unsere Zukunft und die unserer Kinder bestimmen? Mir ist mulmig, wenn ich mir das ausmale.
Umso dringlicher ist unser Bemühen, das Klima irgendwie noch zu retten. Ich bin nachdenklicher geworden, was ich dazu beitragen kann und muss.
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„Unser Klima verändert sich drastisch“. Ja, insbesondere die „Generation Golf“ hat es verbockt. Noch nie so viele Autos wie aktuell, 48 Millionen….nur in Deutschland mit 1% der Weltbevölkerung. Mahner gab es schon vor Jahrzehnten genug. Langsam dämmert es, dass es insbesondere die ausbaden müssen, die gar nicht gefragt werden konnten in diese zu wollen. Schöne Sch…. „Generation Z“. Ihr werdet womöglich die letzten sein…..deshalb Z……