
Die letzten Stunden dieses so besonderen Jahres sind angebrochen. Noch sitze ich am Schreibtisch und habe eben den letzten facebook-Post für dieses Jahr veröffentlicht. Darin habe ich ein mir wichtiges Thema aufgegriffen, die Bedeutung der Medien als vierte Säule unserer Demokratie. Als Journalistin ist mir diese Bedeutung zwar immer grundsätzlich bewusst gewesen, aber was passieren kann, wenn Qualitätsmedien für manche Menschen überhaupt keine Relevanz haben, das ist mir selten so bewusst geworden, wie in diesem Pandemie-Jahr. Und aus diesem Grund habe ich mich entschieden, einen kleinen Anteil beizutragen, um die Vielfalt in der Medienlandschaft zu stärken. Und diese Vielfalt findet mehr und mehr im Netz statt. Ich habe im zurückliegenden Jahr tolle Entdeckungen gemacht und Themen im Netz gefunden, auf die ich wohl sonst nie gestoßen wäre. Konkret: Ab Januar bezahle ich für die (auch kostenlos zur Verfügung stehenden) Angebote von „Was mit Medien“ und „1E9“. Was mit Medien bietet jede Woche einen Podcast, der die Entwicklungen und Veränderungen in der Medienlandschaft mit klasse Gesprächspartnern konstruktiv begleitet. Was zum mitdenken – nicht nur für Medienschaffende. 1E9 ist ein Technologie-Zukunftsmagazin. Und zwar eines mit Beiträgen, die auch ich als wissenschaftlich völlig Unbedarfte gut lesen und verstehen kann! Einer meiner Lieblingsbeiträge in diesem Jahr war Wurzeln statt Sensoren, Feuchtgebiete statt Daten: Sind dumme Städte die echten Smart Cities?
Ich gehörte nämlich bisher zur Altersgruppe derjenigen, die nur zu einem kleinen Teil bereit waren, für Journalismus im Netz zu zahlen. Bei den unter 40-jährigen sieht es da tatsächlich anders aus. Und dazu will ich ab 2021 nicht mehr gehören – weil ich den konstruktiven Netz-Journalismus als große Bereicherung erlebe!
Das sind nun auch schon fast meine Schlussworte in diesem Jahr auf diesem Blog. Jetzt freue ich mich sehr, auf einen gemeinsamen Abschluss des Jahres mit der Familie. Mein großer Sohn steht bereits in der Küche, die Creme brulée ist im Ofen, der Salat wird gezupft, die Maronensuppe kocht nebenher. Der Kleine hat eine Speisekarte für unser Silvester-Menü gestaltet. Meine Tochter ist noch draußen unterwegs, die letzte Radtour in diesem Jahr. Mein Partner ist noch in der Klinik. Eigentlich hätte er heute frei. Aber dieses Jahr bleibt auch an seinem letzten Tag nicht planbar, weder für ihn, noch für uns. Ich selbst habe den Tag heute so begonnen, wie ich mir das vorgenommen hatte – auch wenn es schwer fiel, früh aufzustehen. Ich wollte zum Sonnenaufgang auf den Feldern hinter unserem Dorf sein. Dieses erste Licht des Tages, das hat für mich nach wie vor eine große Kraft und Magie. Und die möchte ich mit hineinnehmen in diesen letzten Abend und mit hinüber in das neue Jahr.
Alle Beiträge ansehenJournalistin, Patchwork-Mama und Öffentlichkeitsreferentin beim KDFB Rottenburg-Stuttgart - In der Corona-Zeit bin ich über Nacht wieder zur Vollzeit-Mama geworden und versuche Haushalt, Homeoffice und Hausaufgaben zu managen. Zwischendurch gibt’s Unterstützung durch meinem Partner - als Mediziner ist seine Anwesenheit in diesen Tagen aber noch ein bisschen unplanbarer als zuvor. Das, was mich bewegt in dieser neuen Zeit, möchte ich teilen; denn teilen heißt: sich näherkommen, einander begegnen. Das braucht es in diesen Tagen vielleicht mehr denn je.
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