Am Sonntag, 8. März 2026, ist nicht nur Weltfrauentag – in Bayern sind an diesem Tag auch Kommunalwahlen. Gerade auf kommunaler Ebene sind Frauen im Freistaat immer noch stark unterrepräsentiert: Nur rund zehn Prozent der (Ober-)Bürgermeistersessel sind mit Frauen besetzt. Von den 25 kreisfreien Städten werden nur drei von Frauen geführt (12 %). Auch in den 29 Großen Kreisstädten stehen lediglich drei Frauen an der Spitze (10 %). In den kreisangehörigen Gemeinden beträgt der Frauenanteil in Führungspositionen gerade einmal 9,7 %. 1970 gab es in Bayern die erste Landrätin. Trotzdem sind Landrätinnen bis heute selten: Nur sieben von 71 Landratsämtern werden zurzeit von Frauen geleitet. All das soll sich nach dem 8. März ändern.

Die parteiübergreifende Initiative „Bavaria ruft!“ wirbt seit März 2025 sehr öffentlichkeitswirksam für einen höheren Anteil von Frauen in den Kommunalparlamenten. Der KDFB Bayern ist von Beginn an dabei und unterstützt „Bavaria ruft!“ tatkräftig.

Der KDFB setzt sich seit der Einführung des Frauenwahlrechts im November 1918 dafür ein, die Präsenz von Frauen in der Politik zu erhöhen. KDFB-Frauen sind seitdem im Bundestag, im Landtag, aber auch in Kreis- und Bezirkstagen sowie als (Ober-)Bürgermeisterinnen, Landrätinnen und Stadt- bzw. Gemeinderätinnen vertreten.

Ellen Ammann, unsere Gründerin, gehörte zu den ersten weiblichen Landtagsabgeordneten. Marie Zettler, ihre engste Mitarbeiterin und langjährige Geschäftsführerin des KDFB Bayern, war eine der ersten weiblichen Reichstagsabgeordneten. Und auch die einzige Frau, die im Mai 1945 von der US-amerikanischen Militärregierung in den Münchner Stadtrat berufen wurde, war eine KDFB-Frau: Zita Zehner.

1994 startete der KDFB Landesverband Bayern die Plakataktion „Frauen! wählt! Frauen!“. Vielleicht erinnern sich manche von Ihnen noch daran. Die damalige Landesvorsitzende Luise Rogowsky erklärte den einprägsamen Slogan in einer Pressemitteilung so: „Mit dem dreifachen Imperativ wollten wir gezielt Frauen ansprechen, sie zur Stimmabgabe aufrufen und sie veranlassen, nach kluger Abwägung von Wahlaussagen vorzugsweise Kandidatinnen demokratischer Parteien ihre Stimme zu geben.“ Ich finde, das ist eine sehr schlüssige Erläuterung – und sie nimmt auch denjenigen den Wind aus den Segeln, die uns vorwerfen, wir wollten Frauen nur wegen ihres Frauseins wählen. Nein: Uns geht es um Inhalte, Kompetenz, Haltung und weibliche Lebenserfahrung, die in der Politik dringend gebraucht werden.

Also an alle, die bald einen Wahlzettel vor sich liegen haben: Schauen Sie doch, ob geeignete Kandidatinnen dabei sind, denen Sie Ihre Stimme anvertrauen möchten. Bei der Kommunalwahl können wir panaschieren und kumulieren – diese Möglichkeiten sollten wir nutzen. Von Panaschieren ist die Rede, wenn man seine Stimmen auf Bewerberinnen verschiedener Listen verteilen kann. Beim Kumulieren oder Häufeln kann man einer Bewerberin mehrere Stimmen geben – höchstens jedoch drei.

Ich habe bei der letzten Kommunalwahl im März 2020 Briefwahl beantragt, den übergroßen Münchner Wahlzettel auf dem Wohnzimmerteppich ausgebreitet – und tatsächlich ganz gezielt Frauen angekreuzt. Genauso werde ich es dieses Jahr auch wieder handhaben.

Also: Gehen Sie wählen und sorgen Sie dafür, dass aus dem Weltfrauentag ein „Wähltfrauentag“ wird!Formularbeginn

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