Es ist Ostermontag und kein Mensch merkt es. Sonnenschein, Regenschauer, wieder Sonne, nur leere Straßen und niemand unterwegs. Von wegen Emmausgang, Osterfreude, Aufbruch und Halleluja! Ich merke, wie meine Neven blank liegen. Kein gemeinsamer Gottesdienst, kein Austausch – immer nur die eine, gleiche, minimale Hausgemeinschaft. Und alle Nachbarn auf Abstand. Gleichzeitig schimpf ich mit dieser meiner Depression: hab ja alles, brauche nicht um meine Existenz zu fürchten. Keine Einbußen, weder Kurzarbeit noch Arbeitslosigkeit, wie sie gerade jetzt den ohnehin schon Armen neue Not beschert.

Bin auch nicht allein erziehend oder von einem ungeliebten Partner bedrängt. Nein, mir geht es golden. Abgesehen davon, dass mir meine SchülerInnen fehlen, die über 160.000 Frauenbundschwestern, meine Söhne und ihre Freunde. Wie wichtig mir der persönliche Austausch ist, wird mir mehr denn je deutlich. Meine 91-jährige Schwiegermutter ist seit Wochen ohne Besuch, keine Ahnung, wie es ihr geht, telefonieren unmöglich. Meine 81-jährige Mutter quält sich mit massiven Schmerzen, Orthopädietermin auf unbestimmt verschoben. Viel mehr Karfreitag als Ostern, und in allem die Frage: mein Gott, wie lange noch verbirgst du vor mir dein Angesicht? Und endlos viel Zeit ohne wirklichen Inhalt. Der Mensch lebt wirklich nicht vom Brot allein!

Ob ich vielleicht noch Kartenspielen lernen soll auf meine alten Tage? Wenn ich nur über mich selber zu lachen nicht verlerne!

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